Suzanne Collins – Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele (#1)

Autor: Suzanne Collins // Titel: Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele (#1) // OriginaltitelThe Hunger Games // Verlag: Oetinger Verlag // Erschienen: 17. Juli 2009 // ISBN-10: 3789132187 // ISBN-13978-3789132186 // Seiten: 414 Seiten  // Ausgabe: gebundene Ausgabe // Preis: 17,90 € / 26,90 CHF  // Genre: Abenteuer, Jugendbuch, Young Adult, Dystopie

Panem et circenses! Die 74. Hungerspiele haben begonnen.

Im Land Panem herrscht das Kapitol: über Ressourcen, über Menschen… Das Land, das irgendwann einmal Nordamerika war, wurde in zwölf Distrikte eingeteilt, aus denen jeder 2 Tribute zu den “Hungerspielen” entsenden muss – jährlich. Von den 24 Tributen darf nur ein einziger überleben… Dies soll dazu dienen, die Menschen in den Distrikten immer wieder daran zu erinnern, dass das Kapitol die Gesetze macht und sie nichts weiter sind, als Arbeiter, die keine Rechte besitzen… Insbesondere sollen die Spiele daran erinnern, dass Aufstände und Widerstand gegen das Kapitol zwecklos sind.
Doch im Kapitol hat man die Rechnung ohne Katniss Everdeen gemacht, die für Distrikt 12 an den Hungerspielen teilnimmt…

Meine Meinung

Obwohl ich (noch relativ) genau wusste, was passiert, hat mich der erste Band nicht weniger gefesselt, als bei meiner ersten Lektüre vor zwei Jahren. Sprachlich ist das Buch zweifellos anstrengend (wenn man auf die Sprache achtet), da die Sätze oftmals einfach nur in der gleichen Art und Weise aneinandergereiht sind – aber ich habe das Gefühl, man kommt gar nicht so sehr dazu, auf den Schreibstil zu achten, weil man ab einem gewissen Punkt von der Handlung derart mitgerissen wird, dass solche Dinge schnell nebensächlich werden.
Dennoch kann ich nicht von der Hand weisen, dass ich bei der ersten Lektüre aufgrund des Schreibstils Einstiegsschwierigkeiten hatte und dies beim erneuten Lesen nicht anders war.

Katniss ist kein Jammerlappen – wie es ja so oft bei Protagonistinnen in Jugendbüchern der Fall ist – sondern ein junges Mädchen, das schon früh zu Kämpfen gelernt hat. Ihr starker Wille und ihre Fähigkeit, immer wieder über sich selbst hinauszuwachsen, kommen ihr in der Arena zu Gute. Nur zu verständlich sind ihre Zweifel an sich selbst und an Peeta – doch obwohl sie ab und an wankt und nicht genau weiß, welchen Weg sie einschlagen soll, gibt sie nicht auf.
Gale erscheint von Anfang an als Gegner des Kapitols. Als Katniss’ bester Freund versucht er natürlich, mit ihr über einen möglichen Widerstand zu reden – doch er scheitert. So viel bleibt ungesagt, als Katniss in die Arena geht.
Und dann ist da noch Peeta, der Junge mit dem Brot. Peeta scheint auf den ersten Blick ein offenes Buch zu sein, doch überrascht er stets aufs Neue durch das, was er sagt oder tut.
Mein Highlight ist übrigens Cinna, Katniss’ Stylist, der so ganz anders ist, als der Großteil der Menschen im Kapitol. Er strahlt Wärme aus – Vertrauen. Und es ist Cinna, der maßgeblich zur Rebellion beiträgt…

Die Handlung ist fesselnd: Nur einer von vierundzwanzig Tributen darf in der Arena überleben. Jeder Fehltritt könnte den Tod bedeuten. Und obwohl man bei der zweiten Lektüre natürlich schon weiß, was geschieht, hält man noch immer die Luft an, wenn die Jägerwespen angreifen, wenn Katniss und Peeta erkennen, dass sie es mit Mutationen zu tun haben – oder wenn Katniss einen ganz persönlichen Akt der Rebellion ausführt, indem sie die kleine Rue in einer Art und Weise ehrt, die so ganz und gar nicht in das Konzept des Kapitols passt.
Nicht ganz so interessant ist bei einer zweiten Lektüre natürlich die Anreise zum Kapitol – beim ersten Lesen hatte ich stets ein unbehagliches Gefühl. Einerseits wegen Haymitch und Effie, die ich beide schlecht einordnen konnte, andererseits, weil ich mir gar keine Vorstellung davon machen konnte, was Katniss und Peeta bei ihrer Ankunft erwarten würde.

Fazit und Gedanken zur Buchverfilmung

Insgesamt erwies sich “Gefährliche Spiele” auch bei der erneuten Lektüre als “Page-Turner”. Der schwache Sprachstil wird durch Handlung und Figuren (weitestgehend) wettgemacht.

May the odds be ever in your favor.

Ich halte die Hunger-Games-Verfilmung für enorm gelungen. Zum einen ist es schön, weitestgehend unbekannte Gesichter auf der Leinwand zu sehen – zum anderen wurde der Film, zumindest meiner Meinung nach, richtig zugeschnitten: Die Buchvorlage wurde sinnvoll abgeändert und gekürzt, ein paar Stellen wurden aus dem zweiten Band eingeschoben und haben dem Film somit mehr Tiefe verliehen.
Viele Leute haben sich darüber geärgert, dass so viele Dinge weggelassen wurden – aber das ist in Filmen doch immer der Fall. Es ist nicht möglich, jedes Detail einzufangen, wenn der Film hinterher keine massive Überlänge haben darf/soll. Meinem Empfinden nach gab der Film genug Details aus den Filmen wider und vor allen Dingen hat nichts gefehlt, was wirklich wichtig war.
Mich hat einzig und allein die Kameraführung etwas gestört, wobei es natürlich geschickt gelöst ist, Gewaltszenen dermaßen verwackelt darzustellen, dass man nicht mehr viel erkennt. Hätte sich das Wackeln (und die tlw. Unschärfe) nur auf die brutalen Szenen beschränkt, hätte ich damit vermutlich auch kein Problem gehabt – so war’s für mich etwas zu viel davon.