Rachel Vincent: My soul to take (Soul Screamers #1)

Kaylee Cavanaugh möchte eigentlich nur einen netten Abend mit ihrer besten Freundin Emma verbringen, doch dann kommt alles anders als erwartet. Kaylee wird vom Mädchenschwarm Nash angesprochen und bekommt ausgerechnet vor ihm eine ihrer Panikattacken, ausgelöst durch die Vorahnung, das eines der Mädchen im Club bald sterben wird – noch weiß sie nicht, was es mit diesem Gefühl und den Panikattacken auf sich hat und weshalb ausgerechnet Nash sie beruhigen kann; und sie weiß auch noch nicht, dass es nicht bei einer Vorahnung bleiben wird…

Meine Meinung

Ich wollte “My Soul to Take” schon 2011 (nach Elenas Rezension) lesen und habe es jetzt endlich mal geschafft, nachdem das Buch schon eine ganze Weile meinen E-Book-SuB bereichert hat.

Die Handlung gefällt mir im Grunde genommen sehr gut, aber ich würde zu viel verraten, wenn ich ins Detail ginge, daher belasse ich es bei einigen Andeutungen: Die Idee, dass eine Seele gestohlen werden kann, ist zwar nicht neu, aber gut umgesetzt (den Grund dafür hatte ich so übrigens nicht erwartet!) und mir gefällt auch die Konsequenz, mit welcher der “a life for a life”-Gedanke umgesetzt wird. Nicht so gut gefallen hat mir das große “Geheimnis” um Kaylees Eltern, denn das war einfach schon so unglaublich früh absehbar und auch die Liebesgeschichte hat mich nicht umgehauen. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass Kaylee und Nash sich wirklich sehr, sehr schnell näher gekommen sind – zu schnell für meinen Geschmack. Etwas schade finde ich auch, dass die “Mordserie” neben der Liebesgeschichte relativ kurz kam, obwohl sie doch Dreh- und Angelpunkt war; meinetwegen hätte sie ruhig etwas mehr Gewicht haben dürfen.

Kaylee ist eine angenehme Protagonistin: Sie ist witzig und charmant, sie packt die Dinge an und sie scheut sich nicht vor unangenehmen Wahrheiten; ebenso wie Nash. Obwohl beide doch relativ oberflächlich bleiben (was wohl auch der Kürze des Buchs geschuldet ist), sind sie nicht eindimensional. Das hat mir gut gefallen.
Ich hätte gerne mehr über Kaylees Tante Val, ihre Cousine Sophie oder ihre beste Freundin Emma erfahren – oder über die toten Mädchen.
Meine Lieblingfigur ist der (Grim) Reaper Tod, denn Tod hat mich mehr als einmal überraschen können; zum Teil durch seine Vergangenheit, mehr aber noch durch seine Menschlichkeit.

Insgesamt ist das Buch – meinem Empfinden nach – an manchen Stellen vielleicht etwas zu knapp geraten und ich hatte deswegen Schwierigkeiten, so richtig in die Handlung einzutauchen. Potential haben Handlung und Figuren aber allemal.

Fazit

“My soul to take” ist meiner Meinung nach ein ganz netter Auftakt einer Buchreihe. Figuren und Handlung sind recht gut ausgearbeitet und interessant, mir hätte das Buch aber insgesamt etwas besser gefallen, wenn die Handlung mehr in die Tiefe gegangen wäre und auch die Figuren noch etwas mehr Kontur gehabt hätten; dafür hätte ich auch gerne ein paar Seiten mehr in Kauf genommen.

Autor: Rachel Vincent | Titel:  My soul to take (Soul Screamers #1) | Originaltitel: – | VerlagMIRA Ink | Erscheinungsdatum: 1. Januar 2011 (E-Book) | ISBN-10: 978-0-373-21003-5 | ASIN: B004JHY5E2 | Seitenzahl: 285 | Ausgabe: Kindle E-Book | Preis: 4,97 € | Genre: Urban-Fantasy, Romantik, Jugendbuch

Aus der Reihe “Soul Screamers” sind außerdem erschienen:

My Soul to Lose (Prequel, ISBN 978-1-4268-3867-5)
My Soul to Save ( ISBN 978-0-373-21004-6)
My Soul To Keep (ISBN 978-0-373-21005-3)
My Soul To Steal (ISBN 978-0-373-21027-5)
If I Die ( ISBN 978-0-373-21032-9)
Before I Wake (ISBN 978-0-373-21061-2)

Ulrike Rylance: Villa des Schweigens

Zunächst ist Nina überglücklich, dass sie ein schönes und günstiges WG-Zimmer in Leipzig gefunden hat – doch so wirklich warm wird sie mit ihren Mitbewohnern nicht… Da ist Julius, dem die Wohnung gehört und dessen Launen allen auf die Nerven gehen, da sind Benjamin, Stefan und Claire – und auch noch Lauren, die zwar nicht in der WG wohnt, aber fast täglich dort ist… Sie alle sind Nina nicht ganz geheuer. Ninas Unbehagen verstärkt sich, als ein heimlicher Verehrer in mehrfach ihr Zimmer eindringt, und ihr Liebesbotschaften hinterlässt…

Meine Meinung

An “Villa des Schweigens” hat mir vor allen Dingen die Idee gefallen: Ich mag Romane, in denen unheimliche Dinge vor sich gehen, bei denen jede Figur ewas zu verbergen scheint, und bei denen man als Leser immer wieder Gefahr läuft, sich auf’s Glatteis führen zu lassen. So ganz geglückt ist das im Falle von “Villa des Schweigens” leider nicht, denn es war nicht schwer zu durchschauen, welches Spielchen in der Villa gespielt wird. Die Handlung gipfelt scheinbar im Tod eines Mädchens (der Name wird hier ebenfalls nicht verraten – Spoiler-Gefahr), ist damit aber noch nicht vollkommen ausgereizt. Auch das hat mir gefallen.
Ulrike Rylance hat sehr gekonnt eine Reihe von Verdächtigen ins Rennen geschickt, allen voran Julius (War er’s? War er’s nicht? Von mir wird nichts verraten!), der mit seinen Launen bis zum Ende recht schwer einzuschätzen ist, aber auch Claire, über die nicht viel verraten wird und letztendlich auch Benjamin und Stefan, die ebenfalls beide ein Motiv haben könnten. Nina, die Protagonistin, bleibt dabei leider sehr oberflächlich – obwohl das Buch aus ihrer Perspektive verfasst ist, wurde ich als Leserin nicht wirklich warm mit ihr. Ihr Charakter war mir zu eindimensional – zu naiv? – und ich hätte mir gewünscht, mehr von ihr zu erfahren.
Der Schreibstil ist einfach und flüssig, das Buch schnell ausgelesen.

Fazit

Insgesamt hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht – dann hätte das Buch wohl auch mehr Atmosphäre gehabt (im besten Falle eine unheimliche!). Idee und Setting an sich sind für meinen Geschmack gut gewählt, doch die Geschichte hat meiner Meinung nach mehr Potential geboten. So bleibt “Villa des Schweigens” ein (kurzer) Jugendkrimi für “Zwischendurch”, von dem nicht wirklich allzu viel hängen bleibt.

Autor: Ulrike Rylance | Titel:  Villa des Schweigens | Originaltitel: – | Verlag: DTV | Erscheinungsdatum: 01.11.2012 | ISBN-10: 3423715138 | ISBN-13: 978-3423715133 | Seitenzahl: 240 | Ausgabe: Taschenbuch | Preis: 6,95€ / 10,90 CHF | Genre: Kriminalroman, Jugendbuch

Julie Kagawa: Sommernacht (Plötzlich Fee #1)

An ihrem 16. Geburtstag verändert sich für Meghan Chase auf einen Schlag ihr gesamtes Leben: Ihr jüngerer Bruder Ethan wird von mysteriösen Wesen entführt und sie zögert keine Sekunde, ihn zurückzuholen. Sie betritt das Nimmernie, das Land der Feen und stößt dort auf unsanft auf ihre eigenen Wurzeln – und auf Ash, den Prinzen des Winterreichs…

Meine Meinung

Mir ist äußerst positiv aufgefallen, dass Meghan sich weiterentwickelt. Anfangs ist sie das „perfekte Mobbingopfer“, das vor allen Dingen durch Robbie/Puck beschützt wird – später ist sie in der Lage, sich selbst zu schützen und sich ihren Ängsten zu stellen. Trotzdem hat Meghan mich nicht erreichen können; sie blieb mir, obwohl das Buch aus der Ich-Perspektive verfasst ist, von der ersten bis zur letzten Seite fremd. Sie ist zu sehr “objektive” Erzählerin, als Figur; als Leser erfährt man nur wenig über ihre Gefühle und ihre Gedankengänge.
Grimalkin hat mir sehr gut gefallen. Einerseits ein Schlitzohr sondergleichen, andererseits ein echter Freund und natürlich überaus katzenartig!
Ash und auch Robbie, bzw. Puck, blieben für mich leider sehr konturlos. Gegen Ende erfährt man wenig darüber, was zwischen den beiden vorgefallen ist und sonst… Ja, sonst weiß man als Leser eigentlich weder über den einen, noch über den anderen viel. Ich hätte gerne mehr über beide erfahren  – dafür werde ich dann wohl die nachfolgenden Bücher lesen müssen. Während Robbie/Puck mir aber trotzdem ganz gut gefiel, konnte ich mich von der ersten Sekunde an nicht mit Ash anfreunden. Er erinnerte mich doch etwas zu sehr an einen gewissen, funkelnden Vampir: zuerst (scheinbar) unnahbar, arrogant und überheblich und zum Schluss dann ganz und gar liebevoll. Diese Wendung kam in “Sommernachtstraum” für mich nicht plausibel rüber.
Die „Liebesgeschichte“ zwischen Ash und Meghan wirkte für mich zu oberflächlich. Sie sieht ihn und ist gleich hin und weg – er sieht sie, mag sie, darf sie aber nicht mögen usw. … Das kennt man und das gibt es in anderen Büchern einfach in besserer Ausführung. Es stört mich nicht, dass die Liebesgeschichte in „Sommernacht“ irgendwie nebensächlich ist – es irritiert mich einfach, dass sie handlungsrelevant ist, aber nur so grob ausgestaltet ist.

Julie Kagawas Schreibstil ist sehr detailliert. Das ist einerseits  sehr positiv, weil es den Einstieg ins Feenreich erleichtert – andererseits störte mich diese Detailliertheit jedoch teilweise. Das lag vor allem daran, dass die Autorin sehr, sehr viele Einfälle in „Sommernacht“ einarbeitet und durch den Schreibstil plötzlich sehr viele Kleinigkeiten als sehr wichtig erscheinen – es aber letztendlich nicht sind. Das ist eigentlich nicht schlimm, allerdings hatte ich beim Lesen manchmal den Eindruck, als hätte Julie Kagawa unbedingt noch hier ein Detail einschieben müssen und dort noch eines und so wirkt das Buch auf mich zu “hastig”. Eindruck reiht sich an Eindruck und zum Schluss haben die vielen kleinen Details doch nicht großartig zur Atmosphäre beigetragen, weil die Zeit fehlt, um die Eindrücke zu verarbeiten.
Während man bei manchen Büchern den Eindruck hat, dass die Handlung sich wie Kaugummi zieht, habe ich das Gefühl, dass der erste Band der „Plötzlich Fee“-Reihe „Ruhepausen“ nicht gut vertragen kann. Im „Nimmernie“ ist immer etwas los.
Die „Eisenfeen“ finde ich faszinierend. Es handelt sich um einen wirklich tollen Einfall und ich halte die Umsetzung der eisernen Feen auch für sehr gelungen.
Mir gefällt die Intertextualität von „Sommernacht“ sehr gut. Vielleicht mögen es manche als Manko ansehen, dass das Buch deutlich von Shakespeare, Caroll und Co. inspiriert ist (und von den dahinterstehenden Geschichten und Sagen); mir gefällt’s.

Fazit

Shakespeares „Sommernachtstraum” ist mir deutlich lieber als Julie Kagawas „Sommernacht“. Mich haben das Setting und die Idee der Eisenfeen überzeugt, nicht jedoch die Protagonisten und die Gestaltung der Handlung.

Autor: Julie Kagawa | Titel:  Sommernacht (Plötzlich Fee #1) | Originaltitel: The Iron King (The Iron Fey #1) | Verlag: Heyne | Erscheinungsdatum: 21. März 2011 | ISBN-10: 3453267214 | ISBN-13: 978-3453267213 | Seitenzahl: 496 Seiten | Ausgabe: Kindle-Edition | ASIN: B005114IMO | Preis: 16,99€ / 25,90 CHF (Hardcover), bzw. 13,99€ (Kindle) | Genre: Jugendbuch, Abenteuer, Fantasy, Romantik, Serien/Buchreihen

“Sommernacht” ist der Auftakt der Buchreihe “Plötzlich Fee”. Weitere Bände:

Winternacht (The Iron Daughter)
Herbstnacht (The Iron Queen)
Frühlingsnacht (The Iron King)
Das Geheimnis von Nimmernie (The Winter’s Passage, Summer’s Crossing, Iron’s Prophecy)

 

Sven Koch – Brennen muss die Hexe

Autor: Sven Koch // Titel: Brennen muss die Hexe // Verlag: Knaur Verlag // Erschienen: 1. Juni 2012 // ISBN-10: 3426508559 // ISBN-13978-3426508558 // Seiten: 416 // Ausgabe: Taschenbuch // Preis: 8,99 € / 14,90 CHF // Genre: Kriminalroman

In Lemfeld treibt ein Mörder sein Unwesen: Er foltert Frauen und verbrennt sie anschließend bei lebendigem Leibe. Schnell stößt die Polizeipsychologin Alexandra von Stietencron auf eine Spur, die sie tief in die blutige Vergangenheit der Region führt – und der Mörder beobachtet jeden ihrer Schritte.

Meine Meinung

“Brennen muss die Hexe” kommt zunächst als typischer Krimi daher: eine Profilerin mit Vergangenheit, die es mit ihren überwiegend männlichen Kollegen nicht immer einfach hat, ein Serienmörder, der in Wahnvorstellungen verhaftet ist, inszenierte Tatorte, Lebensgefahr und ein Hauch von einem Mysterium…
Interessant war “Brennen muss die Hexe” für mich in erster Linie, weil ein Bezug zur Hexenverfolgung besteht. Ich kam diesbezüglich nicht wirklich auf meine Kosten, dafür hat der Autor einen interessanten Aspekt eingebracht, mit dem ich nicht gerechnet habe: Esoterik und/oder Wicca. Hätte Sven Koch diese Thematik (deutlich) stärker ausgebaut, hätte mir der Krimi wohl besser gefallen – so verbleibt der Roman in “typischen” Krimibahnen und hebt sich meiner Meinung nach nicht sonderlich von vielen anderen Krimis ab, auch wenn die Verbindung zu Afghanistan interessant ist.
Etwas Mühe hatte ich mit der Protagonistin Alex – nicht, weil ich sie unsympathisch finde, sondern weil auf mich zu übertrieben wirkt: Mit ihren knapp 30 Jahren hat sie ein Medizinstudium angefangen, in Psychologie abgeschlossen, Fortbildungen etc. bei der Polizei gemacht und ist nun “Profilerin” – das alles natürlich, obwohl ihre Eltern mit ihrer Studienwahl nicht zufrieden waren und obwohl ihre Vergangenheit von einem grausamen Ereignis überschattet wird, das sie erst dazu gebracht hat, diesen Beruf zu ergreifen. Das ist für meinen Geschmack einfach etwas zu viel des Guten – wahrscheinlich, weil man als Leser außer diesen Aspekten doch recht wenig über Alex erfährt (nunja, es gibt da noch so ein völlig überflüssiges Telefonat…). So erscheint sie etwas zu einseitig.
Sehr schade ist meiner Meinung nach, dass Schneider, Alex’ Kollege, wirklich zur Nebenfigur verkommt – denn Alex und Schneider sind eigentlich ein gutes Team… Von den übrigen Nebenfiguren bleibt der autistische Historiker noch am Besten im Gedächtnis – über die Gründe schweige ich hier, denn ich möchte ja nicht zu viel verraten ; )
Überhaupt habe ich – als angehende Historikerin – mich sehr darüber gefreut, dass gleich zwei Historiker im Roman auftauchten und beide nicht den gängigen Historikerklischees entsprachen (auch wenn ich den Vergleich mit Ville Valo und Bon Jovi (war es Bon Jovi? Ville Valo ist mir natürlich in Erinnerung geblieben!) als etwas unpassend empfand).
“Brennen muss die Hexe” konnte mich leider auch nicht wirklich fesseln, da ich den Mörder recht früh erkannt hatte (und die andere Fährte einfach zu plump und einfach gewesen wäre). Auch war viel zu schnell klar, wohin die Reise führt – und das Ende war mir erneut etwas “zu viel”, um mir gut zu gefallen.

Fazit

Insgesamt betrachtet finde ich “Brennen muss die Hexe” nicht schlecht, aber es gibt doch zu viele Dinge, die mich das Buch eher mittelmäßig bewerten lassen: 1) Die Protagonistin, die zu eindimensional wirkt, 2) die z.T. interessanten Nebenfiguren, deren Potential nicht ausgeschöpft wird, 3) die stereotyp wirkende Entwicklung der Handlung und die aus diesem Grund z.T. fehlende Spannung, 4) die z.T. zu nebensächlichen Dialoge und nicht zuletzt 5) das für meinen Geschmack zu übertriebene Ende. Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten : )

Ulrike Schweikert: Erben der Nacht – Nosferas (Erben der Nacht #1)

Autor: Ulrike Schweikert // Titel: Erben der Nacht – Nosferas (#1) // Originaltitel: - // Verlag: cbt // Erschienen: 10. März 2008 (Printausgabe) / 1. April 2009 (E-Book) // ISBN-10: 3570304787 (Print) // ISBN-13978-3570304785 (Print) // ASIN: B004OL2SII (E-Book) // Seiten: 448 Seiten (Print)  // Ausgabe: E-Book // Preis: 12.00 €  (Print)/5.99 (E-Book) // Genre: Fantasy, Buchreihe, Jugendbuch

Die alten, großen Vampirfamilien – die Nosferas, Vamalia, Lycana, Pyras, Dracas und die Vyrad -  sind vom Aussterben bedroht. Ihr “Genpool” ist erschöpft und so versuchen sie, ihre Clans auszusöhnen, indem sie ihre Kinder fortan gemeinsam unterrichten: unter-richten in den Dingen, die ein Vampir wissen muss, um überleben zu können. Doch die Erben der Nacht gehen ihre eigenen Wege und in Rom, der ersten Station ihres Unterrichts, lauern Vampirjäger…

Meine Meinung

Ulrike Schweikert ist für ihre historischen Romane bekannt und so ist auch “Nosferas” in ein historisches Setting eingebettet. Dieses ist ihr (überwiegend) sehr gut gelungen – für jugendliche Leser (Zielgruppe), die mit Tornüren, einem Ridikül o.ä. nichts anzufangen wissen, gibt es auch noch ein Nachwort, in dem diverse Begriffe erklärt werden.

Sprachlich hat mir “Nosferas” gut gefallen, auch wenn ich anfangs etwas Mühe mit den zum Teil recht ausufernden Beschreibungen hatte. Insgesamt hat die Autorin Wert auf ihren Ausdruck gelegt und das merkt man durch das ganze Buch hindurch.

Trotz den oftmals umfangreichen Schilderungen, vermag das Buch in meinen Augen nicht, eine Atmosphäre aufzubauen. Das finde ich enorm schade, weil gerade die Verbindung von Vampir- und historischem Roman so viele Möglichkeiten bietet, Stimmung zu erzeugen. Man bedenke z.B., wie wundervoll dies Anne Rice in “Interview mit einem Vampir” gelungen ist.

Dass die Erben der Nacht ohne eine besondere Atmosphäre auskommen müssen, ist vielleicht der Anlage eines Jugendbuchs geschuldet: Es werden viele Figuren eingeführt, von denen jedoch keine einzelne vertieft behandelt wird. Es treten Konflikte und Probleme zu Tage, es werden Konsequenzen und Lösungen aufgezeigt, doch kommen weder komplexe Figuren, noch eine tiefergehende Handlung zustande. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen, egal, ob der Fokus dabei auf einer Liebesgeschichte oder einem Abenteuer gelegen hätte.

Immer wieder werden Situationen, die atmosphärisch “dicht” sind (z.B. nächtliche Ausflüge) durch Ereignisse unterbrochen, bei denen ich mich hinterher gefragt habe, ob diese wirklich nötig und der Handlung zuträglich waren. Hinzu kommen kleinere Fehler, die sich auch wieder auf die Atmosphäre auswirken, weil man als Leser – wenn man denn auf solche Kleinigkeiten achtet – irritiert wird; ein Beispiel dafür ist die Atmung der Vampire. So wird herausgestellt, dass diese eigentlich nicht atmen müssen, doch gibt es wiederholt Stellen, in denen z.B. die Beschleunigung der Atmung als Stilmittel benutzt wird, um Aufregung (o.ä.) zu verdeutlichen.
Schweikerts Vampire scheinen darüber hinaus Aasfresser zu sein, wenn sie der Hunger packt, sobald sie mit Leichen alleine in einem Raum sind. Diese Episode empfand ich persönlich ohnehin als relativ überflüssig.

Einige Figuren sind schön angelegt, z.B. der recht erwachsene Malcolm, der nagelkauende Luciano, der biestige Franz Leopold oder die geheimnisvolle Ivy-Máire – doch leider bleibt es dabei. Als etwas facettenreicher erscheint einzig “Leo”, bei dem jedoch auch schnell klar ist, dass hinter der harten Schale ein etwas weicherer Kern steckt.

Einerseits erfreulich, andererseits ärgerlich ist die Einbettung von “historischem Personal”: Wilde und Stoker kommen als Figuren zu Wort, von Hoffmann, Lewis und Byron ist die Rede, aber irgendwie… Da fehlt etwas. Wenn Stoker flapsig sagt “… und dann werde ich einen Vampirroman schreiben” (oder so etwas in der Art), dann wirkt das auf mich so künstlich in den Roman hineingebogen, so unnatürlich. Stellenweise hat man als Leser das Gefühl, dass es hier denn auch zu einem grossen Teil um Erziehung und Wissensvermittlung geht (Wissenschaftler und Autoren werden gestreift), was ja eigentlich nicht schlecht ist – doch wirken diese Details und Einschübe oft wie ein Fremdkörper, weil es bei kleinen Andeutungen bleibt, die einem das Gefühl vermitteln: “Ach, hier wurde noch einmal fix ein berühmter Autor der Schauerromantik eingeschoben.”

Die Handlung verlief – meinen Erwartungen entsprechend – ohne grosse Überraschungen.

Fazit

Ulrike Schweikert hat sich sichtlich bemüht, jüngeren Lesern (die ja auch Zielgruppe dieses Buches sind), geschichtliche Aspekte näherzubringen und sie mit (alltäglichen) Problemen und deren Lösungen zu fesseln. Die erste Liebe wird ebenso angesprochen, wie ein Generationenkonflikt oder Probleme in der Schule.
Dabei bewegt sich die Geschichte leider in vorhersagbaren Bahnen, den Figuren fehlt jegliche Tiefe und die Atmosphäre bleibt oft auf der Strecke.

Insgesamt vergebe ich 3 Sterne, weil ich Nosferas insgesamt nicht schlecht fand und der Meinung bin, dass es für die “Zielgruppe” sicherlich gut geeignet ist. Allerdings habe ich auch dass Gefühl, dass die Geschichte und Figuren mehr Potential bieten, als Ulrike Schweikert hier ausgeschöpft hat.

“Erben der Nacht: Nosferas” ist der erste Band der “Erben der Nacht”-Reihe. Bisher sind folgende Bände erschienen:

Nosferas (2008, ISBN 978-3-570-30478-5)
Lycana (2008, ISBN 978-3-570-30479-2)
Pyras (2009, ISBN 978-3-570-30480-8)
Dracas (2010, ISBN 978-3-570-30656-7)
Vyrad (2011, ISBN 978-3-570-30655-0)

Rick Riordan: Percy Jackson – Diebe im Olymp (#1)

Autor: RIORDAN, Rick // Titel: Percy Jackson – Diebe im Olymp (#1) // Originaltitel: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief // Verlag: Carlsen // Erschienen: 10. Februar 2010 // ISBN-103551359601 // ISBN-13: 978-3551359605 // Seiten: 448 Seiten // Ausgabe: Taschenbuch // Preis: 8,95 € / 14,90 CHF // Genre: Fantasy, Abenteuer, Kinder- und Jugendbuch

Percy Jackson ist 12 Jahre alt, geht zur Schule, wird von einer Mitschülerin permanent getriezt und von einer seiner Lehrerinnen gehasst – und ist vor allen Dingen ein echter Problemfall. Er leidet unter Legasthenie, weshalb er in der Schule nicht mithalten kann und wo er auch auftaucht, geht etwas schief. So auch bei einem verhängnisvollen Museumsbesuch… Percy ist kein Mensch. Naja, jedenfalls kein normaler, denn in seinen Adern fließt das Blut einer göttlichen Macht…

Meine Meinung

Als ich “Percy Jackson – Diebe im Olymp” kaufte, hoffte ich darauf, ein Buch in den Händen zu halten, das zumindest ansatzweise ein wenig Harry-Potter-Flair versprüht. Warum? Percy ist 12 Jahre alt, merkt durch mysteriöse Ereignisse, dass er kein normaler Mensch ist, wird in eine Art “Schule” (das Camp Half-Blood) verfrachtet und muss sich gegen übermächtige Gegner behaupten, die ihm ans Leder wollen. Begleitet wird er dabei von Hover, einem seiner Freunde und von Annabeth, die er anfangs ja gar nicht so gut leiden kann, die jedoch schnell zum “Team” gehört. Dieses Setting erinnert doch stark an das Harry Potter Universum.
Leider gelingt es Rick Riordan nicht, auch nur ansatzweise die Tiefe zu erreichen, die alleine der erste Harry Potter Band (Harry Potter und der Stein der Weisen) aufwies. Das ist sehr schade, bietet doch die griechische Mythologie einen wirklich reichhaltigen
Fundus an Geschichten, Kreaturen und Figuren.
Der größte Knackpunkt ist in meinen Augen Percy selbst. Er ist zwar irgendwie ganz nett und sympathisch, aber zumindest bei mir ist da kein “Funke” übergesprungen. Er nimmt einfach alles irgendwie hin, setzt sich wenig bis gar nicht zur Wehr und wirkt stellenweise überheblich. Dafür, dass er der Protagonist des Buches ist, wirkt er auf mich viel zu einfach und eindimensional.
Im Gegensatz zu den anderen Figuren scheint Perseus “Percy” Jackson jedoch schon fast richtig komplex zu sein! Wenigstens Hover und Annabeth hätten doch etwas eingehender geschildert werden können. Die Götter erscheinen leider weitestgehend stereotyp und werden nur sehr wenig durch originelle Einfälle oder dergleichen aufgepeppt. Schade! Hier wurde definitiv sehr viel Potential verschenkt!
Das Setting des Romans empfand ich als keineswegs überzeugend. Die Vorstellung, warum gerade die USA als “Höhepunkt der abendländischen Zivilisation” in Frage kommen, verschließt sich mir – und auch der Olymp hat in meinen Augen recht wenig in New York verloren. Interessant ist übrigens in diesem Zusammenhang auch das Erscheinungsbild der Medusa…
Natürlich ist es nachvollziehbar, dass das Buch in den Staaten spielt – aber für meinen Geschmack wurde es hier mit dem (Hurra-)Patriotismus deutlich übertrieben. Die USA stellen nur “eine Station von vielen” dar, das ändert aber nichts daran, dass die ‘Amerikanisierung’ mir hier einfach zu weit geht. Eine versteckte Kritik sucht man jedenfalls vergeblich und die USA erscheinen als das Maß aller Dinge. Das ist einfach too much…
Die Idee mit dem Diebesgut ist ansich recht gut gemacht, doch leider ist zu schnell sicher, wer dahinter steckt, weshalb sich die Frage nach der Spannung erübrigt. Percys Suche verläuft mir persönlich zu “schnell” (und erinnerte mich zeitweise an den zweiten Skulduggery Pleasant Band). Ich denke, hier wurde die Möglichkeit verschenkt, der Entwicklung der Figuren mehr Platz einzuräumen. Stattdessen wird eben von einem Schauplatz zum nächsten gehetzt.
Auch das Camp “Half-Blood” ist im Grunde genommen eine nette Idee, aber insgesamt erfährt man über das Camp und seine Bewohner nur ziemlich wenig.
Das Ende hat mir persönlich auch überhaupt nicht zugesagt – damit verbaut der Autor nicht nur die Chance, ein großes Konfliktpotential für die weiteren Bücher zu nutzen, sondern präsentiert auch eine wirklich fragwürdige Lösung für ein nicht zu unterschätzendes Problem.
Insgesamt vermisse ich bei Percy Jackson die Atmosphäre, die ein Buch zu etwas Besonderem machen kann. Percy Jackson “liest” sich einfach nur herunter – man fühlt als Leser nicht mit, man taucht nicht ein in die Handlung und die Welt, eben weil es an Atmosphäre fehlt. Bei der Thematik habe ich ehrlich gesagt mit mehr Flair, mit mehr Phantasie und Einfallsreichtum und mit mehr Liebe zum Detail gerechnet.
Die Sprache empfand ich für ein Jugendbuch als angemessen, auch wenn mir die “witzigen” Dialoge oft nicht einmal ein Schmunzeln abringen konnten. Gut, ich bin eben auch keine 12 Jahre mehr alt. Mit 12 hätte ich vielleicht noch darüber gelacht. Insgesamt kommt das Buch sprachlich “schwungvoll” daher und ist ganz angenehm zu lesen. Allerdings erschließt sich mir der ein oder andere Dialog nicht ganz – man sollte doch meinen, dass die Figuren angesichts einer gefährlichen Situation nicht noch diskutieren, sondern handeln.

Fazit

Percy Jackson – Diebe im Olymp ist meiner Meinung nach ein eher mittelmäßiges Kinder- und Jugendbuch, das zwar durchaus zu unterhalten vermag, dem aber die nötige Tiefe fehlt, die einen guten Roman ausmacht. Atmosphäre sucht man ebenso vergeblich wie sorgfältig konstruierte Figuren, die sich entwickeln und über den eigenen Tellerrand hinauszublicken vermögen. Phantasie und Einfallsreichtum gehen gegen Null – auch, wenn man den Vergleich zu Harry Potter nicht zieht, wird Percy Jackson dadurch nicht besser. Eventuell lese ich den zweiten Band, wenn ich ihn zufällig als Mängelexemplar kaufen oder in der Bibliothek ausleihen kann. “Harry Potter und der Stein der Weisen” finde ich auch nicht so gelungen, wie die anderen Bände der Harry Potter Reihe, den ersten Band der “Vampire Academy” fand ich derart grausig, dass ich gar nicht weiterlesen wollte und “Interview mit einem Vampir” hat mich dermaßen gelangweilt, dass ich gar nicht glauben konnte, dass “der Fürst der Finsternis” die Fortsetzung des Buches ist – möglicherweise verhält es sich ja mit Percy Jackson ähnlich. Im Hinblick auf das vom Hersteller empfohlene Lesealter vergebe ich 3 Sterne. Wäre die Altersangabe etwas höher angesetzt, hätte ich definitiv nur 2 vergeben, denn für Leser ab 14+ kratzt das Buch meinem Empfinden nach allzusehr an der Oberfläche.

Krystyna Kuhn: Das Tal – Der Fluch (Season 2.1)

Autor: KUHN, Krystyna // Titel: Das Tal – Der Fluch (Season 2.1) // Originaltitel: – // Verlag: Arena Verlag // Erschienen: November 2011 // ISBN-103401066072 // ISBN-13: 978-3401066073 // Seiten: 245 Seiten // Ausgabe: broschierte Ausgabe // Preis: 9,99 € / 16,90 CHF // Genre: Abenteuer, Kinder- und Jugendbuch

Rose distanziert sich zusehends von ihren Freunden am Grace College – denn während diese versuchen, das Geheimnis um das Tal zu lüften, möchte Rose den mysteriösen Ort einfach nur als das sehen, was er für sie bedeutet: als eine Rückzugsmöglichkeit, die ihr die Gelegenheit bietet, die Vergangenheit hinter sich zu lassen… Doch schon bald  muss Rose erkennen, dass die Vergangenheit nicht ruht…

Meine Meinung

Krystyna Kuhns Reihe rund um das Grace College zeichnet sich vor allen Dingen durch ein Element aus: Die Geschichten sind immer etwas mysteriös, ein wenig bedrohlich und gruselig. Auch im ersten Band von “Season 2″ geschieht so einiges, was zum Nachdenken anregt – nicht nur in Bezug auf Dave Yellad, sondern auch im Hinblick auf die Ereignisse im Grace selbst.
Dennoch finde ich diesen Band weniger gelungen als die vier Vorgänger. Zu schnell hatte ich Rose, ihre Vergangenheit und auch ihre Widersacher (oder Widersachererin?) samt den dazugehörigen Motiven erkannt. Trotzdem war das Buch unterhaltsam.

Probleme bereitete mir diesmal die Form. In den vorhergehenden Büchern blieben immer irgendwelche Dinge offen und ungeklärt – dies ist auch in “Der Fluch” der Fall. Allerdings griffen in den anderen Büchern die Erzählstränge besser ineinander über und verstärkten die Handlung. Bei “Der Fluch” stehen die Geschichte von Rose und die Geschichte von Dave Yellad ohne erkennbaren inhaltlichen Zusammenhang nebeneinander. Ich frage mich, weshalb Krystyna Kuhn das Buch so strukturiert hat. Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn irgendein Bezug der Ereignisse zueinander erkennbar gewesen wäre.

Wenn ich mich nicht irre, ist dieses Buch auch das erste der Reihe, das die Autorin aus der Ich-Perspektive der Figuren schildert. Gerade für Roses Geschichte scheint mir diese Perpektive sehr geschickt gewählt zu sein – da Rose in den ersten vier Teilen eher “fremd” bleibt, entwickelt man als Leser so schnell ein Verständnis ihrer Situation, ihrer Handlungen und ihrer Gedankengänge — und ich bin sicherlich nicht die einzige Leserin, die Rose gewaltig unterschätzt hat. Schön finde ich die Entwicklung, die Rose durchmacht (ähnlich, wie es auch schon bei Katie zuvor der Fall war). Etwas überflüssig erschienen mir hingegen die Kapitel aus Davids Sicht. Eigentlich ist er im ganzen Buch sehr wenig präsent und ich denke, die Geschichte hätte auch gut ohne seine “Innensicht” funktioniert.
Die Figuren, welche die Handlung um Rose vorantreiben, bleiben leider auch eher blass und werden nur oberflächlich gestreift. Das ist meiner Ansicht nach sehr schade, denn hinter allen drei Figuren steckt eine sicherlich interessante Geschichte, die leider nur angedeutet wird.

Fazit

“Der Fluch”, der fünfte Band der Reihe um das Grace College, besticht vor allen Dingen durch eine Protagonistin Rose, die eine erstaunliche Entwicklung durchläuft und deren Vergangenheit auf jeden Fall berührt. Dennoch vermag der Band nicht so sehr zu überzeugen wie seine vier Vorgänger – denn das “Geheimnis”  ist zu offensichtlich, die Einschübe von Dave Yellads Tagebuch sind zu unzusammenhängend im Bezug auf die aktuelle Handlung, einige interessante Figuren sind viel zu wenig ausgebaut…

Sabine Doering-Manteuffel: Okkultismus – Geheimlehren, Geisterglaube, magische Praktiken

Autor: DOERING-MANTEUFFEL, Sabine // Titel: Okkultismus – Geheimlehren, Geisterglaube, magische Praktiken // Originaltitel: – // Verlag: C.H. Beck (C.H. Beck Wissen) // Erschienen: 18. Februar 2011 // ISBN-10: 3406612202// ISBN-13: 978-3406612206 // Seiten: 127 Seiten // Ausgabe: gebundene Ausgabe// Preis: 8,95 € / 14,90 CHF // Genre: Sachbuch

Sabine Doering-Manteuffel, Professorin für Europäische Ethnologie/Volkskunde an der Universität Augsburg, skizziert in diesem kleinen Büchlein ein paar Facetten des Okkultismus. Das Thema ist so umfassend, dass man hier logischerweise nur einen wirklich kleinen Ausschnitt vorfindet, der aber für einen kurzen, groben Überblick relativ gut augewählt ist.
Am Anfang steht eine Unterscheidung zwischen Volks- und Aberglaube, schließlich wird der Bogen von der Spätantike bis hin zur New-Age-Bewegung gespannt und kurz und kompakt gezeigt, dass “Okkultismus” immer irgendwie ein Thema ist: Zu (fast) jeder Zeit und in jeder europäischen Gesellschaft. Doering-Manteuffel widmet dem wichtigen Aspekt von Diesseitigkeit und Jenseitigkeit ein komplettes Kapitel, erläutert dann ein paar Phänomene, die in Richtung von Vorausdeutung/Vorhersagung/Vorahnungen gehen und ihre Wurzeln in der Volkskultur und geht schließlich über zum Glauben an Sschutzengel und Vampire. Dieses vierte Kapitel empfinde ich persönlich als etwas eigenartig zusammengestellt. Nachfolgend geht es um Läuterung und Unsterblichkeit – sie behandelt Fegefeuer, Alchemie und die ‘moderne’ Esoterik. Der Abschnitt über die Alchemie erscheint mir persönlich als deutlich zu kurz gegriffen.
Im sechsten Kapitel geht Doering-Manteuffel auf die Bedeutung von Zahlen im Okkultismus ein und behandelt anschließend, wie “Verzauberung” funktionieren aber auch abgewendet werden konnte. Auch hier kommen viele – meiner Meinung nach wichtige – Aspekte nicht zur Sprache. Dies ist möglicherweise dem Umstand geschuldet, dass das Buch nur 127 Seiten lang ist. Dennoch hätte etwas mehr Ausführlichkeit in diesem Themenbereich vermutlich nicht geschadet.
Interessant ist das Kapitel über Exorzismus, Satanismus, New-Age-Bewegung und den Glauben an Außerirdische.

Fazit

Für einen ersten groben Überblick ist das Büchlein zwar nicht schlecht, ich habe jedoch schon deutlich bessere Werke aus der kleinen C. H. Beck Wissen Reihe gelesen. Insgesamt bleiben meines Erachtens nach zu viele Aspekte unberührt – vielleicht wäre es von Vorteil gewesen, nicht ein Buch über “Okkultismus” zu machen, sondern vielleicht eines über Ursprünge, eines über moderne Esoterik etc. … Es ist klar, ein Buch wie dieses nur an der Oberfläche kratzen kann; das ist auch gar nicht der Punkt, der mich stört. Ich finde einfach die Themenauswahl teilweise nicht ganz so gelungen.
Ich bin gespannt, wie mir ihr größeres Werk über Okkultismus gefallen wird. Derzeit lese ich “Das Okkulte: Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung” ja nur auszugsweise. In den Weihnachtsferien möchte ich es dann am Stück lesen.

Maggie Stiefvater – Ruht das Licht (The Wolves of Mercy Falls, Bd. 2)

Autor: STIEFVATER, Maggie // Titel: Ruht das Licht (The Wolves of Mercy Falls, Bd. 2)  // Originaltitel: Linger // Verlag: Script 5 // Erschienen: 1. September 2011 // ISBN-10: 3839001188 // ISBN-13: 978-3839001189 // Seiten: 400 Seiten // Ausgabe: gebundene Ausgabe // Preis: 18,90 € // Genre: Young Adult, Kinder- und Jugendbuch, Romantik, Fantasy

Für Sam ist das Unvorstellbare Wirklichkeit geworden: Er hat eine Zukunft. Er wird nicht in zehn, zwölf oder fünfzehn Jahren sterben – und er wird ein Mensch bleiben. Niemals wieder wird er sich ‘nach dem Sommer’ in einen Wolf verwandeln.
Endlich kann er Pläne schmieden – für sich alleine und auch mit seiner Freundin Grace; doch die hütet ein Geheimnis. Sie fürchtet das Tier, das in ihr lauert..
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Meine Meinung

“Ruht das Licht” knüpft nahtlos an “Nach dem Sommer” an. Wie auch schon im ersten Band wechseln die Erzählperspektiven: Es kommen neben Grace und Sam auch Isabel und eine neue Figur, Cole, zu Wort. Die jeweiligen Abschnitte werden aus Sicht der ersten Person geschildert und ermöglichen so mehrere Blickwinkel auf verschiedene Situationen. Es ist klug, Isabel und (insbesondere) Cole in der ersten Figur zu Wort kommen zu lassen, denn erst so erkennt man ihre Facetten – allerdings sind vier Figuren vielleicht etwas zu viel für diese Art der Erzählperspektive. Im Gesamtbild wirken dadurch einzelne Passagen sprunghaft und nicht wie “aus einem Guss” – und auf der anderen Seite ist es schwierig komplexe Figuren einzubringen, wenn jede von ihnen nur “kurz” ihre Eigensicht schildert.

Maggie Stiefvater ist es gelungen, zumindest teilweise facettenreiche Figuren zu erschaffen. Zunächst fällt Isabel als besonders gelungen auf – im ersten Band der Trilogie noch Zicke und Biest, mit einigen “sensiblen Momenten”, wird in “Ruht das Licht” ihre ängstliche und zerbrechliche Seite sehr viel stärker. Zeitweise wirkt sie so verletzlich, dass sie zur Sympathieträgerin des Buches wird, wenn sie ihre Ängste und Zweifel niederringt und die Dinge doch wieder anpackt.
Auch Cole ist so eine Figur, die durch ungewohnte Seiten und Komplexität überzeugt. Da ist zunächst einmal seine schwierige ‘Startsituation’ und seine Art und Weise, mit den Dingen umzugehen; Drogen, Sex, Flucht und Arroganz. Doch auf der anderen Seite stehen eine tiefe Sensibilität, eine große Intelligenz, Mitgefühl, vielleicht auch Angst und der Wunsch, nicht mehr er selbst sein zu müssen, weil er um seine vielen Fehler weiß. Cole war für mich das Highlight in “Ruht das Licht” und ich hoffe, dass er auch im folgenden Band eine wichtige Rolle einnehmen wird. Er war die mit Abstand facettenreichste Figur, die bisher in der Reihe auftauchte.
Diesen beiden vielschichtigen und interessanten Figuren, Isabel und Cole, stehen Grace und Sam gegenüber. Während sie in “Nach dem Sommer” im Mittelpunkt der Geschehnisse standen, scheinen sie in “Ruht das Licht” beinahe nur eine Nebenrolle zu spielen – denn sie entwickeln sich nur wenig, sie bleiben farblos und gehen neben Isabel und Cole unter.
Sam hat keine Ecken und Kanten. Er ist einfach zu glatt – immer um Höflichkeit bemüht, stets freundlich und zuvorkommend… Ein guter Sänger, ein abgöttisch-liebender Freund, ein treusorgender “Anführer”, der versucht, mit jedem auszukommen… Einfach “der nette Kerl von nebenan”. Dadurch, dass sich seine Beziehung zu Grace nicht weiterentwickelt und auch nichts wirklich Neues von Seiten der Wölfe auf ihn zukommt, fehlt hier jede Chance auf eine Veränderung, die ihn interessant werden lässt. Das ist wirklich schade, dann im ersten Band mochte ich Sam sehr, sehr gerne, während er in “Ruht das Licht” nur langweilig auf mich wirkt. Sie entwickelt sich zwar ein wenig, aber eher in eine “negative” Richtung. Sie wirkt unvernünftig, manchmal auch planlos und Sam gegenüber auch das ein oder andere Mal unaufrichtig. Auch wenn ihre Motive dafür klar sind, finde ich ihr Verhalten nicht gerade plausibel – in “Ruht das Licht” wirkte sie anders auf mich, nämlich so, als würde sie mit Sam alles teilen wollen, auch auf die Gefahr hin, dass er sich sorgt. Insgesamt empfand ich ihre Figur als nicht stimmig.
Den Vogel hat Maggie Stiefvater aber mit Graces Eltern abgeschossen: Ihre Tochter ist ihnen permanent so etwas von egal – aber als auf einmal ein Freund auf der Bildfläche erscheint (und wir rufen uns an dieser Stelle ins Gedächtnis, dass Grace 17 Jahre alt ist), werden sie plötzlich absolut autoritär und rechthaberisch (und das, obwohl ja eigentlich nichts passiert (ist)). Das kann ich einfach überhaupt nicht nachvollziehen – und für mich wirkte diese ganze Geschichte um Grace und ihre Eltern einfach so, als hätte noch unbedingt irgendein Störfaktor in die Beziehung von Sam und Grace hineingemusst; Das Ganze erschien mir als viel zu konstruiert und brachte eigentlich weder die Handlung, noch die Figuren “richtig” voran.

Die Handlung war insgesamt relativ dünn und vorhersehbar – eigentlich ist fast nichts passiert. Mit Cole ist eine gute, neue Figur hinzugekommen, doch weder in der Beziehung von Grace/Sam kam es zu großartigen Veränderungen, noch im Wolfsrudel oder in den äußeren Umständen der Handlung. In meinen Augen hat die Geschichte letztlich nur durch Cole und Isabel wirklich an Boden gewonnen und sowohl ihre Beziehung zueinander als auch ihre eigenen “Geschichten” haben für mich den Reiz von “Ruht das Licht” ausgemacht. Sam und Grace konnten mein Interesse hingegen nur mäßig fesseln und immer, wenn es irgendwie um Graces Eltern ging, wollte ich das Buch genervt zur Seite legen.
In einem Punkthat Maggie Stiefvater in Bezug auf die Handlung aber wirklich sehr punkten können:  Sie hat darauf verzichtet, eine Dreieckskiste einzubringen, worüber ich bei der Lektüre wirklich, wirklich froh war.
Isabels Vater hätte eine interessante Rolle einnehmen können – durch seine “Jagd” auf die Wölfe wäre es möglich gewesen, eine Bedrohung einzubauen, die sich vom Leser nicht leicht vorherbestimmen lässt… Das ganze Wolfsthema wird wohl hoffentlich im dritten Teil noch einmal vertieft zur Sprache kommen, denn “Ruht das Licht” hat einige interessante Aspekte aufgeworfen, die mit Sicherheit noch wunderbar ausgebaut werden können.

Fazit

Isabel und Cole haben mir wirklich gut gefallen, Grace und Sam waren eher langweilig. Die Handlung kam nicht recht in Gang und wurde durch Graces Eltern, die in ihrem Handeln nicht schlüssig wirkten, in die Länge gezogen. Einige interessante Aspekte lassen auf mehr Spannung im dritten Teil hoffen – und vielleicht gefällt mir “In deinen Augen” (September 2012) ja dann auch wieder so gut wie “Nach dem Sommer”.

Krystyna Kuhn – Das Tal (Season 1.1): Das Spiel (Hörbuch)

Autor: KUHN, Krystyna // Titel: Das Tal – Season 1.1 – Das Spiel // Originaltitel: -// Verlag: Lübbe Audio // Erschienen: 26. Juni 2010 // ISBN-10: 3785744374 // ISBN-13: 978-3785744376 // Dauer: ca. 4 Stunden + 25 Minuten // Ausgabe: Hörbuch // Preis: 9,00 € / 31,90 CHF // Genre: Jugendbuch, Mystery

Julia und ihr Bruder Robert verlassen ihre Heimat und finden im Grace-College, Canada, eine neues zu Hause. Hier, so glauben sie, werden sie sich nicht mehr mit den Dämonen der Vergangenheit auseinandersetzen müssen – doch sie soll sich irren, denn im Grace-College scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen und wer weiß schon, ob nicht jemand ihr Geheimnis erraten wird, das sie so gut  hüten?

Meine Meinung

Ich liebe die Stimme von Francisca Pigulla – ich könnte ihr stundenlang zuhören. Egal, ob sie die quietische, aufgekratzte und nervtötende Debbie spricht, den Filmfreak Benjamin oder den verunsicherten Robert – es gelingt ihr, den Figuren Leben einzuhauchen und den Zuhörer in die Geschichte eintauchen zu lassen.
Zugegebenermaßen habe ich kaum Erwartungen an “Das Tal” gestellt., konnte also auch nicht großartig enttäuscht werden. Ich hatte das Buch mehrfach in der Hand, der Klappentext konnte  mich jedoch nicht völlig überzeugen, und so wanderte der erste Teil der Reihe (“Das Spiel”) nicht auf meinen SuB. Als sich die Gelegenheit bot, günstig an das Hörbuch (gekürzt) zu gelangen, habe ich die Chance jedoch ergriffen und es bisher nicht bereut – trotz einigen (kleineren) Schwächen.
Die Figuren waren weitestgehend stereotyp: Julia, die Geheimnisvolle; Chris, der Angeber und Aufschneider; Debbie, die Nervensäge; Robert, der “Freak”; Benjamin, der Filmfanatiker usw. – trotzdem sorgte die Mischung der unterschiedlichen Charaktere für unterhaltsame Stunden.
Anfänglich hatte ich Probleme, mich in die Geschichte hineinzufinden – doch insgesamt betrachtet ist sie sehr rund und gut durchdacht. Für alle Situationen, die zunächst geheimnisvoll erscheinen, gibt es gute, logische Erklärungen. Doch genau dieses unbehagliche Gefühl, diese unguten Vorahnungen, machen für mich den Reiz von “Das Spiel” aus. Stellenweise kam wirklich Gänsehautfeeling auf und teilweise war die Geschichte so spannend, dass ich meinen MP3-Player nach dem Sport (Sport-Zeit ist Hörbuch-Zeit!) gar nicht ausschalten wollte. Das Ende hält einen “Cliffhanger” bereit, der Lust auf mehr macht.

Fazit

Mir hat “Das Tal – Season 1.1 – Das Spiel” insgesamt recht gut gefallen. Mit Francisca Pigulla wurde eine wirklich gute Sprecherin für das Hörbuch engagiert und über weite Strecken des Hörbuchs werden sowohl eine gewisse (An-)Spannung als auch eine unbehagliche Stimmung aufrecht erhalten. Einen Punktabzug vergebe ich, weil mir insgesamt die “Tiefe” etwas gefehlt hat – es kann jedoch sein, dass dies in der gedruckten (und ungekürzten) Romanversion anders ist. Zum Joggen war das Hörbuch jedenfalls genau richtig, weil es nicht langweilig, aber auch nicht sonderlich anspruchsvoll war.