Mit einer kirchenpolitischen Mission beauftragt, macht sich der Franiskanermönch William von Baskerville mit seinem Novizen, Adson von Melk, auf den Weg in eine italienische Benediktinerabtei, die nicht nur durch ihre Lage, sondern auch durch ihre riesige Bibliothek besticht. Tage der Ruhe sind William indes nicht beschieden, denn das Ableben einiger Mönche will genauer untersucht werden…
Meine Meinung
Zu “Der Name der Rose” gibt es nicht nur einen tollen Spielfilm, sondern auch zahlreiche literarische Abhandlungen, Dissertationen, einen Band mit Erklärungen von Umberto Eco selbst usw., usw., usw. …
Wer nichts über theologische Diskussionen im Mittelalter weiß, wer noch nie etwas von unterschiedlichen Ketzergruppen gehört hat, wer antike und mittelalterliche Autoren und Texte nicht kennt, dem sei an dieser Stelle angeraten, wohl dringend den Kommentarband zu lesen – denn sonst ist der Roman wohl über weite Strecken lediglich ein Krimi.
Tatsächlich aber setzt sich Umberto Eco sehr gezielt mit Fragen der Semiotik, der Theologie und des mittelalterlichen Schrifttums auseinander und entwirft so einen sehr, sehr tiefsinnigen, immens gut recherchierten historischen Roman – der nicht einfach zu lesen ist. Mir bereitete insbesondere der Spannungsbogen große Probleme: Ich hatte von Anfang an einen Verdacht, was in der Abtei vorgeht und wer dafür verantwortlich ist… Der “Krimi” wurde aber immer wieder durch breite Erörterungen über Theologie usw. “pausiert”, weswegen die Lektüre nicht immer sonderlich aufregend, aber wenigstens recht anregend war.
Die Rahmenhandlung hat mir wirklich gut gefallen (und die Anspielungen auf Sherlock Holmes waren toll!), aber insgesamt war “Der Name der Rose” für mich alles andere als ein “page turner”. Das lag wohl auch am Schreibstil, den ich oft als zu breit und zu (unnötig) detailliert empfand (was mich irgendwie an Fontane erinnerte)…
Fazit
“Der Name der Rose” ist nicht grundlos ein Weltbestseller – gut recherchiert, sehr tiefsinnig und vielschichtig. Ich bin nicht sicher, ob man den Roman ohne Vorkenntnisse sonderlich gut versteht (über die kriminalistische Handlung hinaus) und mir persönlich hat der Schreibstil an sich nicht so gut gefallen. In weiten Teilen war mir das Buch zu langatmig. Latein-Kenntnisse sind ggf. von Vorteil, weil man dann die lateinischen Sachen nicht immer erst nachschlagen muss, sondern gleich flüssig weiterlesen kann ;-)
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Autor: Umberto Eco | Titel: Der Name der Rose | Originaltitel: Il nome della rosa | Verlag: DTV | Erscheinungsdatum: 1986 (Erstveröffentlichung 1980) | ISBN-10: 3423105518 | ISBN-13: 978-3423105514 | Seitenzahl: 688 | Ausgabe: Taschenbuch | Preis: 9,90 € bzw. 15,90 CHF | Genre: historischer Roman, Krimi
Autor: PLASCHKA, Oliver // Titel: Die Magier von Montparnasse // Originaltitel: - // Verlag: