Cas ist kein gewöhnlicher Siebzehnjähriger: Seit geraumer Zeit ist er in die Fußstapfen seines ermordeten Vaters getreten und tötet Geister; Geister, die selbst töten – aus Berechnung, aus Wut, aus Verwirrung… Seit zehn Jahren bereitet er sich darauf vor, das, was seinen Vater getötet hat, zur Strecke zu bringen und zieht mit seiner Mutter und der gemeinsamen Katze von Ort zu Ort, um Geistern auf die Spur zu kommen.
Als er auf Anna Korlov, Anna dressed in blood, trifft, ist alles anders. Der Geist des Mädchens tötet jeden, der es wagt, ihr Elternhaus zu betreten – sie verschont nur Cas und der hatte es noch nie mit einem Geist zu tun, der Anna auch nur annähernd geähnelt hätte…
Meine Meinung
Anna dressed in blood gefiel mir von der ersten bis zur letzten Seite gut. Das lag zum einen an der Grundidee des Buches, zum anderen an den Protagonisten, der Spannung und dem Schreibstil.
Die Idee ist schnell erklärt: Ein Junge verliebt sich in ein Mädchen, in das er sich eigentlich nicht verlieben sollte. Bei Anna dressed in blood ist dieses Mädchen jedoch ein Geist, der wider Willen töten muss und dieser Junge ein Geisterjäger, der Anna eigentlich töten sollte. Die Liebesgeschichte wird dem Leser nicht mit der Holzhammermethode eingebläut, wie in anderen Jugendbüchern, sondern entwickelt sich ganz, ganz langsam und stetig; Cas selbst ist der letzte, der bemerkt, dass er sich eigentlich in Anna verliebt hat.
Cas war mir von Anfang an sympathisch: Er ist ein netter Typ, der eine schwierige Aufgabe vor sich hat, nicht auf den Mund gefallen ist und die Dinge anpackt. Obwohl er sich zunächst gegen eine Freundschaft mit Carmel (der “Schulschönheit”) und Thomas (dem “Freak”) sträubt – er ist ja auch seit seinem 10. Lebensjahr immer wieder unterwegs und bleibt nie dauerhaft an einem Ort – wachsen die drei doch zu einem schlagfertigen Trio zusammen.
Hinter Carmel steckt viel, viel mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Sie ist klug, einfühlsam und sehr mutig – und Thomas ist viel mehr als der wunderliche “Freak”. Es hat mir sehr gut gefallen, dass diese beiden “Nebenfiguren” aus starren Rollenklischees ausbrechen und ganz eigen sind. Auch Morfan, Thomas Großvater, Cas’ Mentor, Cas’ Mutter und sogar der Kater Tybalt waren als Randfiguren allesamt auf ihre eigene Art und Weise speziell.
Anna ist eine sehr, sehr tragische Figur; ihr Dilemma wird von Kendare Blake einfühlsam beschrieben. Die Geschichte, die hinter ihrem traurigen Dasein als Geist steckt, war letztendlich eine ganz andere, als ich zunächst vermutete.
Das Buch hat – zumindest meinem Empfinden nach – keine Längen, sondern verfolgt einen konstanten Spannungsbogen. Selbst gegen Ende, als das Geheimnis um Anna bereits gelüftet ist, reißt die Spannung nicht ab, sondern erreicht sogar einen neuen Höhepunkt.
Die Stimmung ist eher düster und Kendare Blake scheut sich auch nicht, unschöne Dinge auch sprachlich auf den Punkt zu bringen. Ihr Schreibstil bringt die Stimmung gut zum Ausdruck und liest sich sehr angenehm und flüssig. Es hat mir gut gefallen, die Geschichte aus Cas’ Sicht zu lesen (1st person ist häufig in Jugendbüchern – doch dass Geschichten aus der Perspektive eines männlichen Protagonisten erzählt werden, ist in dem Genre doch eher ungewöhnlich).
Fazit
Absolute Leseempfehlung für Liebhaber von Teen-Liebesgeschichten und Romantasy!
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Autor: Kendare Blake | Titel: Anna dressed in blood (Anna Series #1) | Originaltitel: – | Verlag: Hachette Children’S Books | Erscheinungsdatum: 5. Juli 2012 | ISBN-10: 140832072X | ISBN-13: 978-1408320723 | Seitenzahl: 368 | Ausgabe: Taschenbuch | Preis: 7,90 € bzw. 17,90 CHF | Genre: Urban-Fantasy, Romantik, Jugendbuch
Anna dressed in blood ist der Auftakt einer Serie. Der zweite Band Girl of Nightmares (ISBN 10: 0765328666) ist im August 2012 erschienen. Kendare Blake hat eine eigene Website und einen eigenen Blog.