Titel: The Loved Ones – Pretty in Blood | Originaltitel: The Loved Ones | Produktionsjahr: 2009 | Regie: Sean Byrne | Drehbuch: Sean Byrne | Schauspieler: u.a. Robin McLeavy (Lola), Xavier Samuel (Brent), Victoria Thaine (Holly) | Länge: 84 Min. | Genre: Horror (Torture-Porn/Torture-Horror) | FSK: 18 | Trailer
Darum geht’s:
Brent flüchtet sich in eine Welt aus Drogen und Selbstverstümmelung, weil er glaubt, die Schuld am Tod seines Vaters zu tragen. Nur Holly, seine Freundin, bewahrt ihn davor völlig abzusacken. Gemeinsam wollen sie zum Abschlussball in der Schule gehen, doch dann kommt alles anders als geplant und Brent erlebt einen Alptraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint – mit einer Discokugel, einem Hammer, sehr viel pink und sehr viel Blut…
Meine Meinung:
Der arme Jerry! Als es hieß “You’ve got 10 seconds to go or Daddy’s gonna nail it to the chair.” habe ich ihm netterweise die Augen zugehalten, auch an der Stelle mit der Bohrmaschine…
“The Loved Ones” traf mich völlig unerwartet. Ich habe mit einem üblichen Teenie-Horrorfilm gerechnet – und weil ich Jerry nicht mehr als einen Teenie-Horrofilm zumuten wollte (er hat die Nacht zuvor so schlecht geschlafen), habe ich mich für “The Loved Ones” entschieden. Mich erwartete aber kein üblicher Teenie-Trash, eher im Gegenteil. Der Film war zwar z.T. vorhersehbar, bot jedoch immer wieder kleine überraschende Momente (z.T. auch durch die Kamera/den Schnitt bedingt) und war im Endeffekt (für einen Horrorfilm) wirklich gut durchdacht (gut, ich fand’ es irritiernd, dass Brent bei der Sache mit den Füßen nicht ohnmächtig wurde, aber man kann ja nicht alles haben ;) ).
Insgesamt war der Film deutlich “psychologischer” als erwartet und der eigentliche Horror ging weniger von diversen abartigen Handlungen (Bohrmaschine!) aus, sondern viel mehr von der krankhaften Vater-Tochter-Beziehung (unter der offenbar auch die Mutter sehr stark zu leiden hatte) und dem Wahn, in den sich die weibliche Hauptfigur hineinsteigerte. Dieser inszenierte Ball-Abend hatte es in sich und war zwischen all dem Kitsch, dem Pink und der inszenierten Harmlosigkeit einfach richtig, richtig böse.
Ich fand es interessant zu sehen, dass in dem Film wirklich alles irgendwie Sinn gemacht hat. Die Art und Weise der “Folter”, die Nebenstory über Brents Freund Jamie (Richard Wilson) und Mia (Jessica McNamee), die Auswahl der Musik… Das ist bei Horrorfilmen ja häufig nicht der Fall. Bei “The Loved Ones” gab es viele Anspielungen und Bezüge, die den Film wirklich “rund” gemacht haben; das fing bei den Songtexten an und endete bei diversen (sich wiederholenden) Handlungsmustern. Im Übrigen mag ich es, wenn sich Opfer in Horrorfilmen wehren! Bis kurz vor Ende war ich auch nicht wirklich sicher, wer in dem Film überleben würde und wer nicht.
Die Besetzung war auch sehr gut gewählt: Insbesondere Robin McLeavy (Lola) konnte durch ihre Darstellung überzeugen. Ihre Lola ist einerseits unglaublich geistesgestört und psychopathisch, andererseits empfindet man als Zuschauer doch irgendwie Mitleid mit ihr; Lola wirkt vor allen Dingen einsam und verzweifelt. Xavier Samuel gibt sehr überzeugend ein Opfer, das sich seinem Schicksal nicht einfach nur fügt, sondern immer und immer wieder versucht, irgendwie aus der Nummer herauszukommen. Auch John Brumpton (als Lolas Vater) war richtig gut.
Fazit:
Ich sollte Jerry öfter eine Vorauswahl treffen lassen, wenn es darum geht, welchen Horrorstreifen wir als nächstes gucken. Was harmlos klang, entpuppte sich als fieses Filmchen, bei dem ich meine Freude hatte und Jerry sich die Augen zuhalten wollte.




